Vor 13 Jahren startete der rbb zusammen mit den Berliner Tafeln und den Kirchengemeiden die Initiative Laib und Seele, ein solidarisches Projekt, bei dem Menschen mit geringem Einkommen mit gespendeten Lebensmitteln unterstützt werden. 45 Ausgabestellen gibt es mittlerweile, in denen 1300 Ehrenamtliche wöchentlich um die 50.000 Bedürftigen helfen. Die Ausgabestelle im Prenzlauer Berg war eine der ersten in Berlin. Wir haben uns das einmal genauer angeschaut.

Donnerstag morgen, 6:30 Uhr, vor den Gemeinderäumen der Gethsemankirche im Helmholtzkiez, Göhrenerstraße 11, Prenzlauer Berg. 22 ehrenamtliche Helfer treffen sich hier unter der Leitung von Bärbel Jenichen. Ihnen steht ein anstrengender Tag bevor.

Supermärkte und Bäckereien im Bezirk werden abgefahren und man sammelt Lebensmittel ein, die sonst weggeworfen worden wären. Auch die Berliner Tafeln steuern einen Teil bei. All das wird in der Göhrenerstraße zusammengetragen, gesäubert, sortiert, wenn nötig auch verpackt und in Plastikwannen auf Tischen ausgelegt.

Vieles davon ist Obst und Gemüse, aber es gibt auch Brot, abgepackte Waren und Konserven. Dazu kommen manchmal auch Sachspenden und alle Arten von Haushaltsartikeln. Jede Woche ist das Sortiment ein wenig anders. Eine Menge Arbeit, bis alles in einem Zustand ist, in dem man es verteilen kann.

Und sie müssen immer noch viel wegwerfen, erzählt Bärbel Jenichen. Etwa ein Drittel. Aber was schließlich unter den Bedürftigen ausgegeben werden kann, ist liebevoll aufbereitet und kann bedenkenlos benutzt und verzehrt werden.

Die Ausgabestelle hilft ungefähr 130 Menschen mit ihrem Angebot. Viele Familien mit Kindern, Rentner sind betroffen und solche, die auf Arbeitslosengeld angewiesen sind. Alle haben sich im Vorfeld angemeldet und ihre Bedürftigkeit nachgewiesen. Donnerstags sammeln sie sich um 10:45 Uhr vor den Türen der Ausgabe. Zu dem Zeitpunkt sind alle Waren verräumt.

Um eine faire Verteilung zu ermöglichen, gibt es ein Losverfahren bei dem jeder nach dem Zufallsprinzip eine Nummer zieht. Dann werden immer fünf Lose aufgerufen, die Namen werden auf einer Liste abgehakt und gegen eine Gebühr von einem Euro bekommt man dann Lebensmittel.

Es mag den Anschein haben, man ist auf einem Markt oder in einem kleinen Supermarkt. Eine sichere und geordnete Umgebung, die es Bedürftigen ermöglicht, die gebotene Hilfe mit Würde annehmen zu können. Denn es geht den Ehrenamtlichen nicht nur darum, Lebensmittel unter denen zu verteilen, die sie benötigen, sondern eben auch um Seelsorge.

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