Ob Spielfilm oder Comedy, ob Kinoleinwand, Fernsehen oder Theaterbühne – Matthias Matschke ist ein Mann mit Tausend Gesichtern und vielen Facetten. Seit etwa 30 Jahren ist Berlin die Wahlheimat des gebürtigen Hessen. Neben der Schauspielerei fotografiert er unter einem weiblichen Künstlernamen, und er liebt das Segeln. In unserem Gespräch mit dem Schauspieler bekommen wir Einblicke in sein Leben und erfahren, woran er gerade, trotz Corona, arbeitet.

Mein/4: Was dreht ihr im Moment? Wo bist du gerade dran? 

Matthias Matschke: Ich bin gerade bei der ZDF-Produktion Der Palast dabei. Nächste Woche muss ich kurz nach Köln. Es ist gerade viel zu tun, obwohl der große Lockdown droht. Eine seltsame Zeit. 

Mein/4: Die Regeln sind bei dir streng, habe ich von deiner Agentin gehört. Aber wir dürfen uns draußen sehen. 

Matthias Matschke: Richtig. Da ist einmal die Auflage von der Produktionsfirma, die einen riesigen Stab von 130 Leuten hat. Wenn das einer zu locker hand- habt, kann das schon eine Sicherheitslücke sein. Zum anderen finde ich es auch privat ganz wichtig, dass man sehr diszipliniert bei der Sache ist. Erst gestern Abend hat der Aerosolforscher in den Tagesthemen gesagt: 

„Die Innenräume sind das Problem.“ Die kann man ja vermeiden, und dann geht‘s auch irgendwie. Wir müssen schauen, dass es geht und nicht sagen, dass alles einfach gar nicht geht. 

Mein/4: Was macht Corona mit dir? Du sagst gerade, dass man das alles machen kann. Das klingt, als ob du dich damit ganz gut arrangiert hättest. 

Matthias Matschke: Was wäre die Alternative? Ich glaube, das größte Problem ist, dass man Corona vermenschlicht und Frau Merkel, Herrn Spahn oder sonst jemandem Vorwürfe macht, dass es Corona gibt. Man kann denen Vorwürfe machen, vielleicht weil man un- zufrieden ist mit der Art, wie sie damit umgehen. Aber Corona ist eben kein Mensch. Und ich glaube, das ist unser großes Problem: Es fällt uns Menschen sehr schwer, niemanden zu haben, dem wir die Schuld geben können und zu akzeptieren, dass es ein Gegenüber gibt, das nicht menschlich ist und das man nicht anschreien, bekämpfen oder mit dem man diskutieren kann. Es ist eben eine Naturkatastrophe, die uns gegenübersteht, ähnlich wie die Klimakrise. Wären wir in der Lage, uns das Ganze nicht vermenschlicht vorzustellen und statt- dessen anzunehmen, dass es Dinge gibt, die wir tun müssen, damit möglichst viele von uns das überleben und möglichst wenige an Covid erkranken, dann wäre das alles anders. Aber das ist ein menschlicher Makel, der uns leider anhaftet. 

Mein/4: An sich wolltest du Lehrer werden.
Du hast Theologie und Deutsch auf Lehramt studiert. Bist du froh, dass du bei den aktuellen Zuständen nicht an der Schule bist? 

Matthias Matschke: Das ist schon lange her. Meine besten Freunde sind danach alle Lehrer geworden und sozusagen auf dem rechten Pfad geblieben. Aber die sind, glaube ich, sehr gestresst. Einfach durch die Tatsache, dass dieser digitale Unterricht nicht da ist, wo er sein könnte. Ein Blick nach Dänemark zeigt, dass die uns einfach Jahre voraus sind in der Bereitschaft digital zu unterrichten. Es braucht zum einen die Technik und zum anderen das Know-how, ohne Präsenz zu unter- richten. Dann gibt es natürlich auch die Sehnsucht, wieder in Präsenz zu unterrichten, weil das in gewisser Weise unersetzbar ist. All das wäre aber für mich kein Grund, es nicht zu tun. Es gibt Gründe, warum ich nicht Lehrer geworden bin, und das bereue ich nicht. Aber es ist nicht so, dass ich froh bin, nicht Lehrer geworden zu sein. Es ist ein toller Beruf, der eben andere Herausforderungen mit sich bringt als der Beruf, den ich zurzeit ausübe. 

Mein/4: Ich kann mir vorstellen, dass viele Schülerinnen und Schüler todtraurig sind, dass du nicht Lehrer geworden bist. Das wäre ein unglaublicher Unterricht geworden. 

Matthias Matschke: Dazu muss man das erfüllte Ideal werden. Lehrer wird man sozusagen erst nach Jahren, wenn man all die persönlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickelt hat. Ich glaube, zu lernen Lehrer zu werden, dauert ein Leben lang. 

Mein/4: Ich sehe auch viele Gemeinsamkeiten mit dem Schauspielerberuf. Ist man als Lehrer nicht teilweise auch auf einer Bühne vor einem sehr strengen Publikum, kann gnadenlos ausgepfiffen oder als Star gefeiert werden? 

Matthias Matschke: Die Überschneidung ist, sich zu präsentieren. Aber es gibt schon einen entscheidenden Unterschied. Da ist eine Art von Bild, das immer wieder aufgerufen wird: Du stehst vor der Klasse und spielst was vor. Dieses Bild war mir schon immer fremd, weil ich denke, man muss Leute begeistern. Man müsse etwas vorspielen hört sich an, als würde man flunkern. Das ist meiner Meinung nach in beiden Situationen nicht der Weg. Spielen heißt, sich zu verstellen, aber eigentlich in der offenen Absprache, dass das eben gespielt ist. Unterricht würde ich sogar als Gegenteil formulieren: Das ist der Ort, wo man aufrichtig die Person ist, die man ist, und wo man Lust hat, Menschen für ein Sache, für sachliche Zusammenhänge, für Geschichten zu interessieren. Im Grunde also die Motivation etwas darzubieten, auf das Leute ansprechen, ihnen eigentlich eine Geschichte zu erzählen. Das ist auch ein Überschneidungspunkt. Egal, ob man Mathe oder Deutsch unterrichtet, man muss den Lernenden eine Fantasie dazugeben und sagen: „Was ist das? Was macht das? Warum ist so eine Mechanik interessant? Was ist daran sexy?“ Zumindest wäre das etwas, was mich zurzeit, wäre ich jetzt Lehrer, interessieren würde. 

Matthias Matschke-Talk am Alex-07
Matthias Matschke-Talk am Alex

Mein/4: Vielen Leuten bist du hauptsächlich
aus dem Comedyfach bekannt. Für mich bist du immer der Mann mit den Tausend Gesichtern, sei es als John J. Kennedy, Andreas Baader oder wer auch immer. Macht dir das besonders viel Spaß, diese kurzen Sequenzen zu spielen und diese immer völlig unterschiedlichen Typen einzubringen? 

Matthias Matschke: Für mich ist es kein großer Unterschied ernst oder lustig zu sein. Weil die Mechanik dahinter eigentlich identisch ist. Meistens ist es nur eine Art von Zeitverzögerung oder Vorziehen. Wenn man musikalisch denkt: Ob man eine Synkope spielt oder gerade spielt, das macht das Lustige und das Ernste aus. Bei den Sketchen ist das für mich ein bisschen wie Brot und Butter, weil das Schauspielern auffordert reinzugehen und 100 Prozent zu geben, und dann geht man wieder raus. Es ist ein bisschen wie ein „oldschool“ Banküberfall: Wir haben hier drei Minuten, und dann muss das Ding leer und abgeräumt sein. Das ist es, was mich daran reizt. Die Figuren selbst ziehe ich mit großer Gravitationskraft für einen Spieltag fest an mich, und dann lasse ich sie sofort wieder los. Ich habe schon vergessen, wie viele Hundert Rollen ich mit Sketch History oder mit Ladykracher hatte. Das ist das Schöne: Man gibt sich der Sache komplett hin, und am Abend hat man es losgelassen. 

Mein/4: Ich denke an den Fall Barschel. Das war ja eine größere Rolle. Ich kann mir schwer vorstellen, das einfach abends wieder loszulassen. 

Matthias Matschke: Der Fall Barschel ist für sich ein unglaubliches Phänomen in der deutschen Politikgeschichte. Und die Tragik dieser Figur ist sicher un- gesehen in der Bundesrepublik. Aber wenn ich diese Gedanken jeden Tag mit ans Set nehme, dann wird man sehen, dass ich das die ganze Zeit denke. Und dann werde ich nicht Barschel spielen können. Barschel ist sozusagen erst mal die Aneignung dieser Figur, ganz mechanisch. Und dann versucht man nicht der Figur gerecht zu werden, sondern der Szene. Das ist jeden- falls mein Arbeitsprinzip. Die Frage ist: Was ist die Aufgabe in dieser Szene? Was kann man erzählen? Und dann geht‘s los. Eigentlich ergibt sich der Rest durch die Zusammenhänge. Deswegen kann ich eine Rolle sehr gut loslassen. Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich denke: „Was für ein riesen Drama, diese Frau, diese ganzen Nebenopfer …“ Aber das kann ich für mich privat denken. Beim Spielen muss ich das weglassen. 

Mein/4: Solche Rollen, diese kleinen Szenen, studierst du die vorher ein? Oder bist du recht spontan und lernst das am Vorabend? Du müsstest dich ja auch privat damit beschäftigen, also in deiner Freizeit zu Hause. 

Matthias Matschke: Also den Text lerne ich natürlich schon. Das ist immer hilfreich, auch für die Kollegen [lacht]. Da steht oftmals die starke Frage im Raum: Wie kriegt man es hin? Ich würde fast sagen, das ist wie ein Musikstück zu spielen: Geschwindigkeit, Timing, Zeitverzögerung, Zeit, Beschleunigung. Eigentlich rechne ich mir das durch. Dann kommen diese anderen Menschen, nämlich die Kollegen, die wieder ganz andere 

Da ist es ein bisschen wie bei einer guten Jazzband, die dann sagt: „Wir spielen eine 2-5-1, und dann gucken wir mal.“ 

Ideen haben. Und die Regisseurin oder der Regisseur hat auch noch eine Vorstellung, wie etwas sein soll. Das erarbeitet man sich im Grunde alles im Moment. Bei Sketch History sind wirkliche Veteranen des Sketches beisammen. Da ist es ein bisschen wie bei einer guten Jazzband, die dann sagt: „Wir spielen eine 2-5-1, und dann gucken wir mal.“ 

Mein/4: Du kommst aus Hessen und lebst seit 1992 in Berlin. Warum Berlin? 

Matthias Matschke: Weil ich in der Schauspielschule der UdK aufgenommen wurde und hier hängen geblieben bin. Ich wollte ganz woanders hin und eher nicht so weit weg von zu Hause. Dann dachte ich aber: „So, jetzt muss ich nach Berlin.“ Anfangs war mir Berlin viel zu groß, viel zu laut, viel zu schmutzig, viel zu unfreundlich. Diese Ressentiments konnte ich ungefähr zweieinhalb Jahre halten. Danach war ich selbst viel zu laut, zu schmutzig und unfreundlich. So hatte mich diese Stadt. Und warum weggehen, wenn man so gut zueinander passt? 

Mein/4: Reisen wir gedanklich in die Zeit
vor Corona. Wie verbringst du privat deine Zeit? Was unternimmst du in Berlin? Hast du überhaupt ein Privatleben? Man erfährt ja kaum etwas darüber. 

Matthias Matschke: Das Schöne am Privatleben ist, dass es privat ist. Selbst wenn man in Berlin erkannt wird, entsteht eher ein Gefühl von: „Ach, schon wieder so ein Vogel.“ Das halte ich für sehr angenehm. Für mich ist das auch ein Grund, in Berlin zu leben. Ich glaube, würde ich woanders leben wollen, würde ich das tun. Aber ich finde es hier sehr schön. Wie gesagt, man muss dieses Schroffe und auch diese drei Monate Februar im Frühjahr aushalten können. Wenn man das kann, dann hat man Chancen in dieser Stadt. Ich gehe hier sehr gerne rum. Leider haben diese Heinis ja den Mietendeckel gekippt. Aber früher gehörte es zum guten Ton in Berlin, im dreistelligen Bereich umzuziehen. Das geht heute alles nicht mehr, weil die Mieten in teilweise perverse Zusammenhänge abgedriftet sind. Ich habe früher in allen möglichen Kiezen im Osten, Westen, Süden, Norden 

gewohnt. Ich bin bestimmt zwölf Mal umgezogen, das war normal. Jedes Viertel hatte etwas anderes an sich. Das war das Tolle an dieser Stadt, dass man immer wieder etwas Neues entdeckt hat. Trotzdem gibt es einen Moment. Vielleicht ist dieser eine Moment sogar das Selbstverständnis dieser Stadt. Das kann sogar ein verbindendes Moment sei. Dieses Improvisierte, dieses 

„es ist halt jetzt erst mal so“ gefällt mir ganz gut. Mich entlastet das und irgendwie kann ich mich auf andere Weise committen, würde ich sagen. 

Mein/4: Das Einzige, was ich privat über dich weiß: Du segelst. 

Matthias Matschke: Das ist noch einer der großen Vorteile in Berlin, den ich aber erst viel zu spät in der fast 30-jährigen Geschichte zwischen mir und Berlin entdeckt habe: dass man hier so hervorragend einfach mal unter der Woche rausfahren kann Richtung Wannsee. Dann ist man auf der Havel, man segelt, man ist „Gott“ und dann geht man nach Hause und denkt: „Ja, es macht doch alles Sinn.“ Ich hatte zwar schon früher ein Boot, konnte aber nicht segeln. Das habe ich erst jetzt ganz kompakt in einer Segelschule gelernt. Vom Wannsee Richtung Potsdam, den Mast legen und weiter auf der Havel Richtung Brandenburg – das möchte ich gerne mal machen. Auf die Ostsee möchte ich auch mal. 

Mein/4: Du fotografierst auch unheimlich gerne. Teilst du die Anekdote mit uns, warum du unter einem weiblichen Pseudonym fotografierst? 

Matthias Matschke: Mein damaliger Agent sagte, er bräuchte neue Schauspielerfotos von mir. Da dachte ich mir, das kann ich doch auch selbst machen. Er wollte natürlich Profifotos. Dann habe ich eben Fotos, die ich von mir selbst gemacht habe, unter diesem Namen eingereicht. Er sagte: „Die sind eigentlich ganz gut. Lass uns die nehmen.“ Dabei blieb es. Es ist ein Schauspielertrick, dass man sich eine weitere Person anschafft, die man spielt, um sich über diesen Umweg etwas von sich selbst wegzustellen und damit mehr Freiheit zu genießen. Mit einem Frauennamen lassen sich die Spuren noch ein bisschen mehr verwischen. Ich dachte, wenn ich eine Fotografin bin, ändert sich auch meine Blickweise auf die Dinge und ich kann damit rumspielen. Es ist sehr spannend. Momentan ist das Ganze ein bisschen eingefroren, weil ich am liebsten rausgehe zum Fotografieren und dabei andere Leute sehe und treffe. Das ist ja gerade ziemlich eingeschränkt. Vor etwa genau einem Jahr habe ich angefangen, den Fernsehturm aus meinem Fenster zu fotografieren. Da sind inzwischen Bilder im dreistelligen Bereich entstanden, die ich irgendwann mal zu einem Kunstprojekt zusammenfüge. 

Mein/4: Du hast auch eine Galerie. Ist das noch aktuell? 

Matthias Matschke: Ich hatte eine Galerie. Damals wohnte ich in der Roscherstraße in Charlottenburg, mein Flur war vielleicht 20 Meter lang. „Was mache ich damit, außer sinnlos Heizkosten zu verballern?“, dachte ich mir. Dann war irgendwie klar, dass ich dort eine Ausstellung mache, sozusagen eine Wohngalerie. Ich wohnte also da drin, und die Leute konnten in die Wohnung kommen und sich das anschauen. Also sozusagen Wohnen mit Kunst. Das war die Idee, und das war auch schön. Aber ich bin dann irgendwann umgezogen, damit hatte sich das mit der Galerie erledigt. Ich habe zum Beispiel auch mit der Galerie pavlov’s dog zu tun, das ist eine Fotogalerie in Mitte. Aktuell machen sie zwar nichts, aber bald gibt‘s sie als Pop-up wieder. 

… und diese Demut gibt es schon immer in der Schauspielerei. Warum sollte
es uns anders gehen als den anderen Menschen? 

Mein/4: Magst du uns einen kleinen Ausblick geben? Was sind deine Pläne für die Zukunft? 

Matthias Matschke: Theater spiele ich schon länger nicht mehr. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil ich ein bisschen mehr Platz schaffen musste, um überhaupt zu drehen. Und dadurch hat sich das verschoben. Aber das war kein Abschied, sondern nur eine Betonung aufs Drehen. Und ich vermisse das Spiel auch gerade nicht. Man darf nicht vergessen, ich habe 18 Jahre vorher fast nichts anderes als das gemacht. Ich hatte mindestens drei Produktionen pro Jahr. Da hat man auch schon viel erlebt und gesehen. Und Stichwort Berlin: Ich war an der Volksbühne und an der Schaubühne und das in Zeiten, wo diese Theater eine unglaubliche Identifikationsfläche für die Stadt waren. Ich habe also wirklich ganz tolles Theater erlebt. Wenn sich da wieder was ergibt, dann wird es dort sein. Die Verbindung ist sowieso immer da, aber jetzt ist es erst einmal das Drehen. Im Mai habe ich eine Episode in Letzte Spur Berlin neben Hans-Werner Meyer mitgespielt. Dann kam The Mopes bei TNT, mit Nora Tschirner. Das war eine sehr schöne Produktion. Im Sommer kommt noch ein sehr schönes Projekt, eine Comedysache fürs Kino – wenn wir es denn schaffen. Darüber darf ich aber noch nicht reden. Das sind die 

Ausblicke. Aber man muss einfach mal schauen, was neben oder trotz Corona möglich ist. Das ist einfach gerade so, und diese Demut gibt es schon immer in der Schauspielerei. Warum sollte es uns anders gehen als den anderen Menschen? 

Mein/4: Wie geht‘s eurer WhatsApp-Gruppe bei Pastewka? 

Matthias Matschke: Wir haben eine iMessage-Gruppe. Aber der geht‘s sehr gut. Und Basti ist immer noch nicht drin, der kommt auch nicht mehr rein [lacht]. Der muss sich erst mal bewähren. Mit dem habe ich gerade heute Morgen wieder lustige SMS hin- und hergeschickt. Wir schauen immer ein bisschen nacheinander. Das schafft 

diese Bindung, die uns Pastewkas allen so wichtig ist. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass das Drehen das eine ist und dass Arbeitszeit eben auch Lebenszeit ist. Man verbringt sehr viel Zeit mit diesen Menschen, die per Zufall oder eben auch nicht per Zufall zusammen- gestellt wurden. Und dann haben wir uns sehr intensiv angefreundet. 

Mein/4: So ein Projekt wäre wahrscheinlich über einen so langen Zeitraum schwer machbar, wenn die Sympathie nicht dagewesen wäre. 

Matthias Matschke: Ich denke auch. Man kann das vielleicht nicht als Arbeit sehen. Es gibt ja diese ganzen legendären Tatort-Couples, die sich dann nicht ertragen können. Das wäre nichts für mich. Ich brauche gute Vibes zum Arbeiten. 

Mein/4: Vielen Dank für das Gespräch, lieber Matthias. 

Matthias Matschke

Matthias Matschke

studierte zunächst Deutsch und Religion auf Lehramt. Mit 24 Jahren wechselte er an die Hochschule der Künste in Berlin.
Er spielte u. a. in den Serien Pastewka, Ladykracher und bei Sketch History, aber ist auch be- kannt als Charakterdarsteller in vielen Filmen und am Theater.
Er engagiert sich für die Kirchliche Telefonseelsorge, für die er auch aktiv am Telefon gearbeitet hat – vor- zugsweise in Nachtdiensten.
www.ktsbb.de
Verein/Träger: Das Diakonische Werk Berlin- Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. (DWBO)
Spenden: DE93 3506 0190 1562 0220 20